Hochwasserschutz Sulzberg

Aktuelles - Stand 23.08.2016

Am Damm des Hochwasserrückhaltebeckens in Sulzberg laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Die Dammschüttung hat in fast allen Bereichen die erforderliche Endhöhe von 15,5 m erreicht. Damit konnte nach einem regenreichen und damit baulich schwierigen Frühling und Frühsommer in den letzten Wochen ein großer Baufortschritt erzielt werden. Aktuell wird die Hochwasserentlastung im Dammkronenbereich betoniert. In diesem Bereich wird in den kommenden Wochen neben dem Zulaufbauwerk zur Schussrinne auch eine Brücke errichtet werden, welche künftig die Zufahrt auf die Dammkrone ermöglicht. Einen ersten kleinen Belastungstest für das Dammbauwerk gab es bereits. Am Abend des 26. Juli 2016 fand während eines starken Sommerregens ein Teileinstau des Beckens statt.

Blick in den späteren Einstaubereich Bild vergrössern Blick in den späteren Einstaubereich

Stand 17.12.2015

Die Arbeiten am Hochwasserrückhaltebecken wurden planmäßig für das Jahr 2015 abgeschlossen. Obwohl die wechselhafte Witterung in den Oktoberwochen die sachgerechte Schüttung des Damms verzögerte, konnte der Damm bis zu einer Höhe von ca. 8 m über der Talsohle eingebaut werden. Hierzu wurde des Erdmaterial zu Beginn von der sich unterstrom angelegten Baustraße aus angefahren. Je höher der Damm aufgeschüttet wurde, desto mehr versteilte sich auch diese Zufahrtsstraße. Darum wurde für das zweite Drittel der Dammschüttung in der Höhe gesehen eine Rampe vom späteren Einstaubereich aus auf das Schüttplateau errichtet. Sobald der Damm hierfür auch zu hoch wird, erfolgt die Anfahrt von der westlichen Talflanke aus auf die Dammachse.

Überblick von der westlichen Talflanke Bild vergrössern Überblick von der westlichen Talflanke

Ebenso wurde in den Herbstmonaten auf der Luftseite des Damms begonnen das Tosbecken und die Schussrinne der Hochwasserentlastungsanlage mit ansteigender Schütthöhe des Damms fortlaufend aus Beton anzubauen.

Sobald die Witterung eine Wiederaufnahme der Arbeiten zulässt, werden die Dammschüttung, die Gewässeranpassung und die Betonarbeiten fortgeführt.

Stand 17.9.2015

Der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens liegt derzeit voll im Zeitplan. Über die trockenen Sommermonate konnte der Grundablass, welcher später den Bach durch das Dammbauwerk hindurch leitet, aus Beton hergestellt werden. Ebenso wurde der Schieberturm aus Beton vollständig hochgezogen. In diesen konnte eine neuartige Konstruktion aus Stahl eingebracht werden, welche den Abfluss im Fall von Hochwasser drosselt. Diese Apparatur funktioniert rein mechanisch und nutzt, durch die Verwendung eines großen Vertikalschwimmers, die Stauhöhe des Beckens, um das Drosselschütz mit steigendem Wasserstand zuzuschieben. Damit kann auch bei steigendem Wasserdruck am Beckenboden der Abfluss durch den Grundablass konstant gehalten werden.

Nach dem Abschluss der Betonarbeiten wurde die Gründungssohle freigelegt und mit der Schüttung des Erdamms begonnen.

Grundablass Bild vergrössern Grundablass

Stand 16.7.2015

Die Arbeiten am Hochwasserrückhaltebecken kommen gut voran.
Seit April diesen Jahres wird an der Errichtung des Hochwasserrückhaltebeckens gearbeitet. Um an den Beckenstandort zu gelangen mussten lange Baustraßen in das steile Gelände eingebracht werden. In der Folge wurde das Baufeld freigelegt, der Sulzberger Bach mit einem temporären Fangedamm umgelegt und der Untergrund mit Talflanken auf seine Dichtigkeit sowie Tragfähigkeit geprüft. Derzeit wird der Schieberturm, in welchen die Drosseleinrichtungen später eingesetzt werden, aus Beton hergestellt. Die Baumaßnahmen liegen momentan, auch aufgrund der konstant guten Witterungsverhältnisse, voll im Zeitplan.

Anlass

Immer wieder wird der Ortskern von Sulzberg von Hochwasser bedroht, obwohl keine wirklich großen Hochwasserereignisse am Sulzberger Bach in den letzten Jahren stattfanden. Um dieser Gefahr entgegenzutreten, baut der Freistaat Bayern im Oberlauf des Sulzberger Bachs bei Ried und Obermindendorf ein Hochwasserrückhaltebecken. Damit soll der Hochwasserschutz für ein statistisch 100-jährliches Hochwasserereignis für den Ort Sulzberg sichergestellt werden.

Luftbild vor dem Bau Bild vergrössern Luftbild vor dem Bau

Funktionsweise

Der Sulzberger Bach fließt mit dem vollen Hochwasserabfluss in den Stauraum des Rückhaltebeckens. Am Grundablass am Beckenboden befinden sich Schütztafeln, welche den Durchfluss drosseln. Durch die Drosselung staut das Becken ein und der Wasserstand erhöht sich, sofern der Zufluss größer als der Abfluss ist.
Mit zunehmendem Wasserstand werden auch die Schütztafeln weiter geschlossen, da sonst unter dem ansteigendem Wasserdruck auch der Durchfluss am Grundablass ansteigen würde.
Die Drossel ist somit konstant auf 2,4 m3/s eingestellt. Sobald der Zufluss wieder unter den Abfluss fällt, beginnt das Becken wieder mit der Entleerung. Sofern es zu extremen Hochwasserereignissen kommen sollte, welche nicht im Becken zurückgehalten werden können, verfügt das Becken über eine Hochwasserentlastung. Das Becken kann damit auch überlastet werden, ohne selbst Schaden zu nehmen.

Im Unterlauf des Beckens befindet sich ein gemeindliches Rückhaltebecken kleineren Ausmaßes. Der Drosselabfluss am geplanten Becken ist mit der Funktionsweise des bestehenden Beckens abgestimmt, sodass im Ort der Hochwasserschutz für das Bemessungshochwasser in der Kombinationswirkung beider Bauwerke sichergestellt werden kann.

Technische Daten
Betreff Angaben
Gemeinde: Sulzberg, Landkreis Oberallgäu
Gewässer: Sulzberger Bach, Wildbach
Drosselabfluss: 2,4 m3/s
Stauvolumen: 133.000 m3
Dammlänge: ca. 90 m
Max. Dammaufstandsbreite: ca. 55 m
Max. Einstauhöhe: ca. 13 m
Max. Dammhöhe: ca. 15,5 m
Gesamtkosten: ca. 3 Mio. €
Bauzeit: April 2015 bis voraussichtlich Juli 2016
Vorhabensträger: Freistaat Bayern
vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Kempten
Entwurfsplanung: SKI GmbH + Co. KG, München
Ausführungsplanung: SKI GmbH + Co. KG, München
Örtliche Bauüberwachung: SKI GmbH + Co. KG, München
Baufirmen: Hubert Schmid Bauunternehmen GmbH,
Spezialtiefbau und Betonbau

Steinhardt Wassertechnik,
Stahlwasserbau