Hochwasserschutz Trettach in Oberstdorf

Projekt-Info

Bemessungsabfluss HQ 100+Klimazuschlag: 153 m3/s
Bauzeit: Oktober 2015 bis Juni 2017 (Umbau Wehranlage Kraftwerk Illerursprung und Neubau Dummelsmoosbrücke Mitte 2019 bis Mitte 2020)
Baukosten: 6,4 Mio. €
Planung: Ingenieurbüro Dr. Koch, Kempten
Bauausführung: Dobler GmbH Bauunternehmung, Sonthofen;
Hubert Schmid Bauunternehmen GmbH, Marktoberdorf;
BIS Burger Industrie Service GmbH, Neresheim;
Engel Bau GmbH, Immenstadt;
Strabag AG, Augsburg;
Oberall Bau GmbH, Durach;
Flussmeisterstelle Sonthofen des WWA Kempten

Der Hochwasserschutz entlang der Trettach im Siedlungsbereich von Oberstdorf findet im Jahr 2020 seinen Abschluss. Der linienhafte Ausbau zum Zweck des Hochwasserschutzes in den Abschnitten entlang des Nebelhornparkplatzes (Abschluss im Juni 2016), am Mühlenwehr (Abschluss im Juni 2016), entlang der Rubinger Straße und am Bannholz (Abschluss im Oktober 2016) sowie entlang der Hermann-von-Barth-Straße und am Grubenweg (Abschluss im Juni 2017) wurden baulich bereits fertiggestellt. Im Laufe des Jahres 2020 findet nun der Hochwasserschutz für Oberstdorf an der Trettach in Form von zwei punktuellen Maßnahmen seinen Abschluss: mit dem Umbau der Wehranlage Trettach II (Teil des Projekts der Kraftwerk Illerursprung GmbH) mit Absenkung der Wehrkrone und Umbau der Anlage in ein Schlauchwehr sowie dem Neubau der Dummelsmoosbrücke durch den Markt Oberstdorf.

Informationen zum Wehrumbau als Teil des Projekts der Kraftwerk Illerursprung GmbH sind hier zu finden: Gemeindewerke-Oberstdorf

Im Winterhalbjahr 2016/17 wurde entlang der Hermann-von-Barth-Straße der Hochwasserschutz mittels einer straßenbegleitenden Hochwasserschutzwand, die auf Mikropfählen gegründet wurde, vervollständigt. Im selben Zeitraum wurde oberstromig der Mühlenbrücke im Bereich des Wasserkraftwerks Faltenbach der Uferweg angehoben und mittels Betonfertigteilen und Deichschüttung auch in diesem Abschnitt der Hochwasserschutz verbessert.

Neben den Maßnahmen zum technischen Hochwasserschutz wurde auch Wert auf die ökologische Aufwertung des Lebensraums Trettach für Fische und andere Gewässerorganismen gelegt. Durch mehrere Maßnahmen, insbesondere durch den Umbau zahlreicher Abstürze in Sohlrampen, aber auch durch lokale Aufweitungen sowie Gewässerstrukturverbesserungen, konnte im Zuge des Hochwasserschutzprojekts auch ein Gewinn für die Ökologie erzielt werden. Im Herbst 2019 konnte der Trettach im Bereich oberstromig der Dummelsmoosbrücke durch Rückverlegung des Ufers sowie des Einbaus von Wasserbausteinen und Totholz in begrenztem Umfang mehr Raum zur eigendynamischen Entwicklung zurückgegeben werden. Für den Herbst 2020 ist geplant den Doppelabsturz an der Rubinger Brücke in eine Sohlrampe umzubauen.

Die fertiggestellte Hochwasserschutzwand entlang des Nebelhornparkplatzes, November 2016. Bild vergrössern Die fertiggestellte Hochwasserschutzwand entlang des Nebelhornparkplatzes, November 2016.

Hochwasserschutzwand entlang der Rubinger Straße, September 2016. Bild vergrössern Hochwasserschutzwand entlang der Rubinger Straße, September 2016.

Hochwasserschutzdeich am Bannholz, September 2016. Bild vergrössern Hochwasserschutzdeich am Bannholz, September 2016.

Mikropfähle als Fundament der Hochwasserschutzwand entlang der Hermann-von-Barth-Straße, November 2016. Bild vergrössern Mikropfähle als Fundament der Hochwasserschutzwand entlang der Hermann-von-Barth-Straße, November 2016.

Fertiggestelle Hochwasserschutzwand entlang der Hermann-von-Barth-Straße, April 2020. Bild vergrössern Fertiggestelle Hochwasserschutzwand entlang der Hermann-von-Barth-Straße, April 2020.

Neubau der Wehranlage Trettachwehr II, April 2020. Bild vergrössern Neubau der Wehranlage Trettachwehr II, April 2020.

Eine von mehreren Rampen am Bannholz, August 2017. Bild vergrössern Eine von mehreren Rampen am Bannholz, August 2017.

Gewässeraufweitung oberstromig der Dummelsmoosbrücke, April 2020. Bild vergrössern Gewässeraufweitung oberstromig der Dummelsmoosbrücke, April 2020.

Doppelabsturz unterstromig der Rubinger Brücke, der noch in eine Rampe umgebaut wird. Bild vergrössern Doppelabsturz unterstromig der Rubinger Brücke, der noch in eine Rampe umgebaut wird.

Stand 15. September 2016

Die Baumaßnahmen für den Hochwasserschutz an der Trettach in Oberstdorf wurden im Herbst 2015 begonnen. Seitdem wurden bereits mehrere Bauwerke fertiggestellt. Sofern es die Witterung zulässt, sollen die Bauarbeiten dieses Jahr abgeschlossen werden.

Mit diesem Bericht möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand der Maßnahmen verschaffen. Weiter möchten wir uns bei allen betroffenen Anwohnern für ihre Geduld und ihr Verständnis bedanken, da Beeinträchtigungen der Anlieger, u. a. durch Lärm oder Verkehrsumleitungen, bei den Baumaßnahmen nicht immer verhindert werden können.

Bereich Rubinger Straße

Die 270 m lange Hochwasserschutzmauer mit Mikropfahlgründung entlang der Rubinger Straße wurde bereits fertiggestellt. Derzeit werden durch den Markt Oberstdorf Sanierungsarbeiten an der Straße durchgeführt sowie eine Bushaltestelle errichtet.
Im Anschluss werden für diesen Bereich abschließend Geländeerhöhungen bei der Rubinger Brücke und am Schlachthof durchgeführt.

Bereich Am Bannholz, Campingplatz Rubi und Tennishalle

In diesem Bereich werden derzeit Hochwasserschutzdeiche mit verbessertem Einbaumaterial auf einer Gesamtlänge von 1,4 km hergestellt. Die landseitigen Böschungen werden den örtlichen Gegebenheiten angepasst und mit Mauern, Wasserbausteinen oder als Erdböschung gestaltet.
Die wasserseitige Böschung wird mit Wasserbausteinen gesichert.

Bereich Trettachwehr bis Plattenbichlbrücke

Vom Trettachwehr bis zur Roßbichlbrücke wird in den kommenden Monaten eine 240 m lange Ufermauer mit Mikropfahlgründung hergestellt. An der Roßbichlbrücke selbst wird ein Verklausungsschutz der Brücke mit Stahlblechen angebracht. Zwischen der Roßbichlbrücke und der Plattenbichlbrücke wird eine Geländeaufschüttung ausgeführt. Die Bauarbeiten wurden bereits beauftragt und werden ab Ende September ausgeführt.

Bereich Nebelhornparkplatz

Am Nebelhornparkplatz wurden im Frühjahr 2016 bis zu 5 m lange Spundwände eingebracht und mit Stahlblechen sowie einer Kopfabdeckung aus Beton verkleidet.
Die Arbeiten sind seit Juni 2016 fertiggestellt.

Bereich Mühlenwehr

Am Mühlenwehr wurden die bestehenden Betonbauwerke erhöht, das bestehende Schütz saniert sowie eine neue Krananlage errichtet.Die Krananlage soll im Hochwasserfall Treibholz aus der Trettach heben um eine Verklausung der Wehranlage und unterhalb an Brücken über die Trettach zu verhindern.
Die Arbeiten sind seit Juni 2016 fertiggestellt.

Bereich Grubenweg

Im Bereich des Grubenweges sollen im Herbst bestehende Mauern sowie das Gelände erhöht werden. Des Weiteren ist die bestehende Straße an die neue Höhenlage anzupassen. Die Arbeiten sind bereits beauftragt und werden ab Ende September ausgeführt.

Umbau von Abstürzen in der Trettach

Neben den Hochwasserschutzmaß-
nahmen an der Trettach werden auch ökologische Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und andere Gewässerorganismen durchgeführt.Dabei werden Abstürze im Gewässerlauf in für Fische passierbare Rampen umgestaltet. Dieses Jahr wurden bereits zwei Rampen am Bannholz sowie die Rampe am Trettachwehr fertiggestellt. Derzeit laufen die Umbauarbeiten an der Rampe bei der Dummelsmoosbrücke. Anschließend wird im Oktober eine Rampe an der Plattenbichlbrücke und ab Ende Oktober eine weitere Rampe am Bannholz hergestellt. Im kommenden Jahr sollen dann der Doppelabsturz an der Rubinger Brücke sowie ein Absturz am Grubenweg in der Nähe des Café Jägerstand umgebaut. Gemeinsam mit den Fischaufstiegshilfen an den Wehranlagen wird dadurch ein großer Schritt in Richtung ökologischer Durchgängigkeit der Trettach vom Illerursprung flussaufwärts erreicht.

Stand 17. Dezember 2015

Die Arbeiten am Hochwasserschutz entlang der Trettach kommen planmäßig voran. Die Anpassungen des Mühlenwehrs wurden bereits ausgeführt. Bis zuletzt wurde an der Hochwasserschutzmauer entlang der Rubinger Straße gearbeitet. Hierfür wurden als erstes die Stabverankerungen zur Lastabtragung in den Untergrund als Fundamentstützung unter die Mauerfundamente eingebohrt. Damit kann die Kraft des Wasserdrucks über die Mauer in das Fundament und in den Untergrund abgeleitet werden. Darüber wurde ein Fundamentkopfbalken aus Beton aufgebaut. Schließlich wurde auf diesen die eigentliche Mauer betoniert.

Sobald die Witterung
die Wiederaufnahme der Arbeiten im Jahr 2016 zulässt, werden die Straßensanierung und v. a. der Deichbau entlang der Straße
"am Bannholz" fortgeführt.

Stand 24. Juli 2015

Die Ausführungsplanung für den Abschnitt 1 ist fertiggestellt. Dieser Abschnitt beinhaltet die Hochwasserschutzmauer entlang der Rubinger Straße, die Deichherstellung im Bereich des Campingplatzes und gegenüber entlang der Siedlung "am Bannholz" bis flussaufwärts zur Schrebergartensiedlung. Im Zuge dieser Maßnahmen wird auch die Rubinger Straße vom Wasserwirtschaftsamt Kempten im Auftrag des Marktes Oberstdorf mitsaniert. Damit soll die zeitliche Beeinträchtigung für die Anlieger und auch eine kosteneffizientere Baudurchführung erfolgen können. Die europaweite Ausschreibung der Bauleistungen läuft derzeit. In diesem Paket ist auch der Umbau des Mühlenwehrs enthalten. Dort wird ab Oktober 2015 mit der baulichen Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Trettach begonnen.

Anlass

Insbesondere die Hochwassersituationen in den Jahren 1999 und 2005 haben gezeigt, dass die Trettach für große Ortsbereiche Oberstdorfs eine immer vorhandene Gefahrenquelle darstellt. Nur mit der Verteidigung der Deiche und Verkehrswege, mit z. B. Sandsackbarrieren sowie unter der Entfernung von Wildholz in den Brückenbereichen konnten schlimmere Schäden verhindert werden.

Das Wasserwirtschaftsamt Kempten hat auf diese Hochwasserereignisse unmittelbar folgend die Planungen für den Hochwasserschutz beauftragt.

Konzeption

Ein Wildbach benötigt im flachen Unterlauf i. d. R. ein breites, ausladendes Gerinne, in welchem sich das Geschiebe und Wildholz um- und ablagern kann. In diesem Bereich entstanden über die Zeit die Siedlungsbereiche des Marktes Oberstdorf. Daher kann die Trettach nun nicht mehr ausufern, ablagern oder gar sich nach Bedarf ausbreiten. Das derzeit vorhandene Bachbett ist schmal und kanalisiert.

Oberstdorf mit Trettach heute Bild vergrössern Oberstdorf mit Trettach heute

(Quelle: www.bayernatlas.de) 2015

Um entlang des begrenzten Gewässerbetts der Trettach, auch unter Berücksichtigung aller Nutzungen, wie z. B. Kraftwerksanlagen, Straßen, Triebwerkskanäle und Entwässerungseinrichtungen einen Hochwasserschutz zu erreichen, muss das Gerinne ertüchtigt und von Abfluss störenden Hindernissen befreit werden. Daher werden die Deiche und Mauern an die derzeit geltenden technischen Anforderungen verstärkt oder neu errichtet. Wesentliche Sohlunstetigkeiten, wie zwei große Abstürze, werden in durchgängige Rampen umgestaltet. Die Wehranlagen Mühlenwehr und Trettachwehr II werden an die Abflussverhältnisse, die Geschiebefracht und das ankommende Wildholz angepasst.

Die Dummesmoosbrücke weist derzeit zwei Pfeiler und einen zu geringen Abflussquerschnitt auf. An diesen Pfeilern kann sich im Hochwasserfall Wildholz ansammeln und den Abfluss behindern. Der Markt Oberstdorf errichtet im zeitlichen Zusammenhang zur Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen in eigener Verantwortung eine pfeilerlose Brücke.

Übersichtslageplan der Hochwasserschutzmaßnahmen Bild vergrössern Übersichtslageplan der Hochwasserschutzmaßnahmen
Vorhabensüberblick
Betreff Angaben
Gemeinde: Markt Oberstdorf, Landkreis Oberallgäu
Gewässer: Trettach, Wildbach
Ausbaubereich: Flusskilometer 0+150 bis 3+250
Ausbauabfluss inkl. Faltenbach: 153 m3/s (HQ100 + 15 % Klimazuschlag)
Gesamtkosten: ca. 6,5 Mio. € ohne Rubinger Straße
Bauzeit: voraussichtlich Oktober 2015 bis Mitte 2018
Vorhabensträger: Freistaat Bayern
vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Kempten
Dummelsmoosbrücke: Markt Oberstdorf
Finanzierung: 70 % Freistaat Bayern
30 % Markt Oberstdorf
Entwurfsplanung: Ingenieurbüro Dr. Koch, Kempten
Ausführungsplanung: Ingenieurbüro Dr. Koch, Kempten
Örtliche Bauüberwachung: Ingenieurbüro Dr. Koch, Kempten