Hochwasserschutz für Lauben-Stielings

Sanierung des Wuhrdamms an der Leubas


Projekt-Info

Bemessungsabfluss HQ100+Klimazuschlag: 94,4 m3/s
Drosselabfluss: 25,0 m3/s
Stauvolumen: 3,8 Mio. m3
Dammlänge: ca. 100 m
Max. Einstauhöhe: ca. 6,8 m
Max. Dammhöhe: ca. 10,5 m
Stand: Planungsphase
Planung: WWA Kempten, Ingenieurbüro Dr. Koch - Kempten
Baukosten: ca. 1,0 Mio. €

Der Wuhrdamm ist ein historisches Bauwerk aus dem späten 17. Jahrhundert. Damals diente der Damm im Hauptschluss der Leubas zum Aufstau des Wagegger Weihers mit etwa 2,72 Quadratkilometern Fläche und somit der Fischzucht des Fürststifts Kempten. Nach der Säkularisation wurde der See abgelassen, die Grundstücke der Einstaufläche verkauft und seitdem landwirtschaftlich genutzt. Heute dient der Damm indirekt dem Hochwasserschutz der Ortschaft Stielings, ein Ortsteil der Gemeinde Lauben.

Der Damm ist 100 m lang, 10 m hoch und hat zwei Durchlässe (Grund-/Hochablass). Durch den Grundablass fließt ganzjährig die Leubas. Bei großen Abflüssen in der Leubas wirkt die begrenzte Abflussleistung des Grundablasses als Drossel, womit sich nach und nach ein Einstau der ehemaligen Fläche des Weihers einstellt. Das Rückhaltevolumen bei einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) liegt bei etwa 3,8 Mio. m³. Etwa sechs Meter über dem Grundablass, am anderen Damm-Ende, befindet der Hochablass, der als Hochwasserentlastung dient. Ab einem bestimmten Wasserstand wird dadurch gezielt Wasser abgeführt, um ein Versagen des Dammes zu verhindern.

In den vergangenen Jahren wurde der Aufbau des Dammkörpers durch Kernbohrungen, Sondierungen und Laborversuche untersucht. Es zeigte sich, dass die Gesamtstandsicherheit des Damms nach heutigem Stand der Technik nicht gegeben ist. Des Weiteren wurden durch ein Ingenieurbüro die beiden Durchlässe auf deren Standsicherheit hin untersucht. Für den Grundablass ist die Standsicherheit gegeben. Vom Hochablass geht derzeit zwar keine akute Gefahr aus, allerdings ist hier die Standsicherheit nicht dauerhaft gewährleistet. Daraufhin wurden verschiedene Möglichkeiten zur Sanierung geprüft und folgende Vorzugsvariante gewählt: Der bestehende Hochablass soll vollständig entfernt, der Untergrund ausreichend verdichtet und ein neuer Wellstahldurchlass eingebaut werden. Hierfür ist eine bis zu 6m tiefe Baugrube mit speziellen Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Des Weiteren wird die gesamte luftseitige (nördliche) Dammböschung vom Fuß bis auf Höhe des Hochablasses mit einer Zusatzlast beschwert, um das Eigengewicht des Dammes zu erhöhen und dem Wasserdruck bei einem Einstau entgegenzuwirken.

Die Auflast soll aus geschütteten Wasserbausteinen in einer Stärke von bis zu 1,5 m bestehen. Diese Fläche wird anschließend mit Humus überdeckt und wieder begrünt.

Die Bauausführung erfolgt in zwei Abschnitten. Die Sanierung des Hochablasses wird an eine Baufirma vergeben. Anschließend erfolgen die Sanierungsmaßnahmen an der luftseitigen Dammböschung durch die Flussmeisterstelle Kempten. Baubeginn soll in 2021 sein.

April 2017: Wuhrdamm, Rückhalteraum mit Grund- und Hochablass Bild vergrössern April 2017: Wuhrdamm, Rückhalteraum mit Grund- und Hochablass