Hochwasserschutz für Rettenberg

OT Altach und Wagneritz, Ausbau des Roßbachs und Agathazeller Bachs


Projekt-Info

Bemessungsabfluss Roßbach HQ100+Klimazuschlag: 25,0 m3/s
Bemessungsabfluss Agathazeller Bach HQ100+Klimazuschlag: 4,6 m3/s
Stand: Planungsphase
Vorplanung: Ingenieurbüro Kokai GmbH (Weilheim i. OB.)
Planung: CDM Smith (München)
Aktueller Stand: Bearbeitung Entwurfsplanung

Lösung für den Hochwasserschutz von Altach und Wagneritz gefunden

Unmittelbar nach dem Hochwasserereignis am 26.07.2021 wurde vom Wasserwirtschaftsamt Kempten ein Ingenieurbüro mit der Vorplanung von Hochwasserschutzmaßnahmen für den Roßbach in Altach und den Agathazeller Bach in Wagneritz beauftragt. Wir freuen uns, dass in enger Abstimmung mit der Gemeinde der Zeitplan eingehalten werden konnte. Bis Dezember 2021 wurden verschiedene, technisch mögliche Varianten untersucht und bewertet. Die beiden Vorzugsvarianten möchten wir Ihnen kurz vorstellen:

Altach:

Im Bereich Unterstrom des Hasengartens, direkt vor Ortsbeginn soll eine Dosiersperre mit integriertem Schwemmholzrechen am Roßbach (auch Galetschbach genannt) entstehen. Diese Stahlbetonsperre hat die Funktion, grobes Geschiebe und Wildholz zurückzuhalten. Im anschließenden Abschnitt soll der Gewässerverlauf nach Süden verlegt und deutlich aufgeweitet werden. Es ist eine naturnahe Gestaltung der neuen Gewässertrasse mit natürlichen Strukturelementen, wie größeren Steinen und Wurzelstöcken, für Fische und andere Gewässerlebewesen geplant. Damit wird das Gewässerbild auch für Fußgänger aufgewertet und erlebbar. Die Brücke der Straße „Am Galetschbach“ muss mit deutlich größerem Abflussquerschnitt neu gebaut werden, da bei Hochwasser ein schadloser Abfluss durch den bestehenden Durchlass nicht gewährleistet werden kann. Diese Variante hat zudem den Vorteil, dass durch das neu hinzugewonnene Gelände rechtsufrig der neuen Gewässertrasse eine hohe Überlastfähigkeit, selbst bei extremen Hochwasser-Ereignissen, gegeben ist.

Wagneritz:

Im Bereich des bestehenden, provisorischen Rückhaltebauwerks am Agathazeller Bach (Dorfbach) vor der Ortschaft ist ein Geschiebefang mit aufgesetztem Schwemmholzrechen geplant. Die unterstrom anschließende, kurze Verrohrung soll zurückgebaut und als offenes Gewässer neu gestaltet werden. Die unterhalb beginnende, bestehende Ortsverrohrung ist mit Durchmessern von 60 - 80 cm schon bei kleineren Hochwasser-Ereignissen überlastet. Deshalb muss über die gesamte Strecke eine neue Verrohrung mit einem Durchmesser von 140 cm gebaut werden. Damit wäre gewährleistet, dass Ereignisse, wie das im Sommer geschehene, schadlos abgeführt werden können und sogar eine gewisse Abflussreserve für noch größere Ereignisse gegeben ist.

Nach einer europaweiten Ausschreibung im Frühjahr 2022 wurde das Ingenieurbüro CDM Smith mit der Planung und Bauüberwachung beauftragt. Ziel ist bis Anfang 2023 die wasserrechtliche Genehmigung zu beantragen. Insofern bis dahin auch die Grundstücksverfügbarkeit für die geplanten Maßnahmen geklärt ist, kann die bauliche Umsetzung der dargestellten Maßnahmen Ende 2023 bzw. spätestens in 2024 angepackt werden.