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Messung des Nährstoffeintrags an der Konstanzer Ach

Mündung der Konstanzer Ach in den großen Alpsee nach einem Hochwasserereignis
Die Konstanzer Ach (links) und der Drainagegrabens (rechts) bei erhöhtem Abfluss, Juni 2022
Innenansicht der Messstation
Schema
×

Projekt-Information

  • Gewässer: Konstanzer Ach, Wildbach
  • Maßnahmen: Messung der Nährstofffrachten
  • Zeitraum: 2021-2027
  • Planung: Wasserwirtschaftsamt Kempten, Regierung von Schwaben, StMUV
  • Projektdurchführung: Wasserwirtschaftsamt Kempten
  • Aktueller Stand: Messungen laufen

Projektbeschreibung

Der Große Alpsee verfehlt aktuell knapp den „guten ökologischen Zustand“ nach den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Das liegt an zu hohen Einträgen von Nährstoffen aus dem Konstanzer Tal in den Großen Alpsee. Seit Anfang 2025 werden im Rahmen eines Pilotprojekts nun durch das WWA kontinuierlich Nährstoff-Daten gesammelt.

Was ist das Ziel der Messungen?

Anhand der Messungen soll eingegrenzt werden, woher die Nährstoffe kommen, die in den Großen Alpsee gelangen – z. B., ob diese von den Hang- oder den Talflächen ausgeschwemmt werden. Gemeinsam mit dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten Kempten sollen daraus Maßnahmen zur Verringerung des Nährstoffaustrages entwickelt werden. Diese können mit Hilfe der Landwirtinnen und Landwirte zielgenau dort umgesetzt werden, wo sie am besten wirken. Den örtlichen Landwirtschaftenden, die dauerhaft eine wassersensible Flächenbewirtschaftung unterstützen, werden durch die gewonnenen Daten auch bessere Bewirtschaftungsgrundlagen zur Verfügung gestellt. So arbeiten alle Beteiligten gemeinsam daran, dass der Große Alpsee seine Wasserqualität verbessern und nach den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie den „guten ökologischen Zustand“ erreichen kann.

Woher kommen die Nährstoffe?

Stickstoff- und Phosphorverbindungen kommen in der Natur überall vor und sind für Pflanzen lebenswichtige Nährstoffe. In der Landwirtschaft werden sie daher üblicherweise als Dünger eingesetzt, z.B. in Form von Gülle. In den Großen Alpsee gelangen die Nährstoffe vor allem bei Regen durch den Abtrag von nährstoffhaltiger Erde aus den Hanglagen, und durch Abschwemmung des überschüssigen, nicht in Pflanzen gebundenen Düngers aus dem Tal. Die Hanglagen entwässern im Konstanzer Tal über mehrere Wildbäche, die in die Konstanzer Ach, den Hauptzufluss des Großen Alpsees, fließen. Die Talflächen entwässern in der oberen Hälfte des Konstanzer Tals in die kleine Ach, die Mitte des letzten Jahrhunderts im Zuge der Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen als Drainagesammler für die Grünflächen im Talraum angelegt wurde. Dieser ist auf seiner gesamten Länge von ca. 3,8 km strikt von der Konstanzer Ach und den Wildbächen getrennt.

Dank der unkomplizierten Bereitstellung der benötigten Fläche durch die Landwirtinnen und Landwirte vor Ort konnte direkt oberhalb der Mündung der kleinen Ach in die Konstanzer Ach eine Messstation errichtet werden. In dem kleinen Holzhaus stehen zwei automatische Probennehmer, die seit Anfang 2025 rund um die Uhr Proben aus den zwei Gewässern ziehen.

Methodik

Die Nährstofffracht ist die in einer bestimmten Zeit (z.B. in einem Jahr) vom Gewässer transportierte Menge eines Nährstoffes. Sie setzt sich aus der abgeflossenen Wassermenge und der Konzentration des Nährstoffes in dieser Wassermenge zusammen. Der Abfluss wird in der Konstanzer Ach über einen Radarsensor und in der kleinen Ach über einen Ultraschallsensor gemessen. Die Entnahme von Wasserproben erfolgt über zwei automatische Probenehmer. Diese ziehen proportional zum Abfluss Wasser in die bereitgestellten Probenflaschen, wodurch für jeden Tag eine repräsentative 24h-Tagesprobe entsteht. Die Flaschen werden zweimal pro Woche manuell geleert und zur Analyse in das Labor gebracht. Dort werden die Proben auf Stickstoff- und Phosphorverbindungen, sowie Trübung untersucht.

Zusätzlich werden in der Station alle 15 Minuten die Proxyparameter Wassertemperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit und Trübung erfasst. Über diese Parameter können punktuell auftretende Ereignisse erfasst und ereignisbezogene Proben genommen werden.

Über die gewonnen Daten werden Tagesfrachten gemessen und mit Ereignissen im Tal korreliert.

Das WWA Kempten dankt allen Beteiligten für die Unterstützung und das Engagement bei der Umsetzung dieses Projekts!

Weiterführende Informationen

  • Infotafel zur Messstation
  • Weitere Informationen zur Wasserrahmenrichtlinie
  • Das Projekt auf der Seite des AELF
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